Umweltbaubegleitung

Die projektierte Umfahrung Bütschwil untersteht der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) (Ziffer 11.2 Anhang UVPV „Hauptstrassen, die mit Bundeshilfe ausgebaut werden“). Die Umweltaspekte des Projekts sowie die erforderlichen Massnahmen zum Schutz der Umwelt sind im Umweltverträglichkeitsbericht (UVB) vom 30. April 2010 dargestellt.

Der UVB wurde vom Amt für Umwelt und Energie (AFU) des Kantons St.Gallen sowie vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) beurteilt. Daraufhin hat die Regierung des Kantons St.Gallen die Umfahrung Bütschwil unter Auflagen am 01. Mai 2012 genehmigt.

Die Umweltauflagen sind im Rahmen der Realisierung umzusetzen und werden von einer von der Bauherrschaft eingesetzten Umweltbaubegleitung (UBB) überwacht. Zu den einzelnen Umweltbereichen lässt sich Folgendes festhalten:

Natur und Landschaft: Die Umfahrung Bütschwil verläuft auf einer Strecke von 800 m sowie bei der Versickerungsfläche Au und beim Überlauf in die Thur im BLN-Objekt 1414 „Thurlandschaft Lichtensteig – Schwarzenbach“ (BLN = Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung). Die Linienführung im BLN-Objekt ist mit der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) abgestimmt und wurde unter grösstmöglicher Schonung des BLN-Objektes sowie der Realisierung ökologischer Aufwertungsmassnahmen entlang der Thur in den Gebieten Michelau, Untermüli und Sägenbach genehmigt. Die Umsetzung der Aufwertungsmassnahmen erfolgt durch Reto Zingg, einen lokalen Naturschutzexperten.
     
Wald: Die Umfahrung Bütschwil bedingt die Rodung von 2’495 m2 Waldareal. Die Rodungen werden durch Ersatzaufforstungen ausgeglichen und durch den Revierförster ausgeführt.
     
Altlasten: Im Perimeter der Umfahrung sind vier Standorte im Kataster der belasteten Standorte (KbS) des Kantons St.Gallen aufgeführt. Für zwei dieser Standorte (Michelau, Neudietfurt) wurde im Rahmen der Umweltabklärungen für die Umfahrung eine technische Untersuchung nach Altlastenverordnung durchgeführt. Die Abklärungen und Untersuchungen haben ergeben, dass nur die Deponie Neudietfurt für die Umfahrung Bütschwil relevant ist. Es drängte sich jedoch keine Änderung in der Linienführung auf. Im Perimeter der Umfahrung anfallendes belastetes Material wird ausgehoben und umweltgerecht entsorgt. Die Bestimmungen der Altlastenverordnung werden eingehalten.
     
Boden: Im Projektperimeter werden für die Umfahrungsstrasse primär Landwirtschaftsflächen beansprucht. Der Ausgangszustand der im Projektperimeter vorhandenen Böden wurde vor den eigentlichen Baumassnahmen im Sinne einer Beweissicherung aufgenommen. Alle bodenrelevanten Bauarbeiten werden von einer Fachbauleitung Boden – als Bodenkundliche Baubegleitung (BBB) bezeichnet – begleitet. Belasteter Boden wird nach den Weisungen des AFU entweder vor Ort wieder angelegt oder umweltgerecht entsorgt. Unbelasteter Boden wird nach den Weisungen der BBB abgetragen, separat zwischengelagert und bei der Rekultivierung auf einer korrekt vorbereiteten, angepassten Rohplanie soweit als möglich wieder aufgebaut.
     
Neophyten: In den landwirtschaftlich genutzten Flächen sind keine Neophytenvorkommen festgestellt worden. Die Neophytenvorkommen beschränken sich auf die Uferbereiche der Thur und auf Ruderalstellen beim Bahnhof Bütschwil und nördlich der Brücke Dorfbach. Somit ist die Neophytenbekämpfung nur punktuell ein Thema.
     
Abfälle: Als belastete Abfälle fallen im Rahmen der Umfahrung Bütschwil folgende Abfallarten an: teerhaltige Beläge, Abfälle aus KbS-Standorten, beim Rückbau von Gebäuden anfallende verunreinigte Bausubstanz, belasteter Boden gemäss Prüfperimeter für Bodenverschiebungen des Kantons St.Gallen. Alle belasteten Abfälle inklusive deren Entsorgungswege sind in einem Entsorgungskonzept aufgeführt.
     
Grundwasser: Bauten und Anlagen sind in den engeren Schutzzonen S1 und S2 einer Grundwasserfassung nicht erlaubt. Um die beste Linienführung der Umfahrung Bütschwil realisieren zu können, sind die Quellfassung Hofacker inklusive dazugehöriger Grundwasserschutzzone rechtskräftig aufgehoben und ein adäquater Ersatzstandort (Äuli) ausserhalb des Perimeters der Umfahrung Bütschwil geschaffen worden. Es bestehen diesbezüglich keine Einschränkungen mehr. Die Umfahrung führt jedoch immer noch durch die Schutzzone S3 der Quellfassung Unterdorf-Platten. Es bestehen diverse Auflagen für den Bau in dieser Zone. Zudem werden Schüttungsmenge und Wassergüte (Bakteriologie und ausgewählte chemisch-physikalische Parameter) behördenseitig überwacht. Des Weiteren liegt der Perimeter der Umfahrung weitgehend im Gewässerschutzbereich AU, das heisst, einem bezüglich Grundwasser besonders schützenswerten Gebiet. Es sind entsprechende Massnahmen zum Grundwasserschutz vorgesehen. Nur die Bereiche Engi und Neudietfurt liegen bezüglich Grundwasserschutz in dem unproblematischen Gewässerschutzbereich üB.
     
Oberflächengewässer: Die Thur und der Dorfbach werden mittels Brücken gequert. Es sind somit keine negativen Umweltauswirkungen zu erwarten. Daneben gibt es einige kleinere, meist eingedolte Bäche im Perimeter der Umfahrung. Der Bach bei der Engi wird mit dem Bau der Umfahrung ausgedolt.
     
Lärmschutz: Das Projekt der Umfahrung Bütschwil enthält umfangreiche Lärmschutzmassnahmen, welche in einem eigenen Teilprojekt Lärmschutz realisiert werden.

 

 

Projektleiter: TBA SG, Ruedi Vögeli
Oberbauleiter: TBA SG, Ruedi Vögeli
Projektverfasser / Chefbauleitung: Basler & Hofmann AG

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