Landschaftspflegerische Begleitplanung

Der Landschaftspflegerische Begleitplan (LBP) zeigt auf, welche Massnahmen zugunsten von Lebensräumen von Tieren und Pflanzen sowie zur landschaftsgestalterischen Eingliederung des Strassenbauwerks im Rahmen des Projektes realisiert werden.


Die Erarbeitung der Massnahmen erfolgte unter Berücksichtigung der umwelt- und landschaftsbezogenen Grundlagen. Es wurden insbesondere auch die Forderungen der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) umgesetzt.


Massnahmentypen


Der LBP unterscheidet – angelehnt an die Terminologie des Nationalen Natur- und Heimatschutzgesetzes (NHG) – zwischen folgenden Massnahmentypen:

Massnahmen zur Gestaltung und Wiederherstellung: Hierunter fallen sämtliche Massnahmen auf Flächen, die in Folge des Strassenbaus dauerhaft verändert werden und / oder neue Standorteigenschaften aufweisen (z.B. Einschnittsböschungen, Flächen über Tagbautunnelstrecken). Ebenfalls sind hier Massnahmen dargestellt, die zur Neugestaltung des durch das Projekt veränderten Landschafts- und Siedlungsbildes beitragen, einschliesslich der landschaftsgerechten Platzierung und Gestaltung der Kunstbauten.
     
Ökologische Ersatzmassnahmen: Zur Stärkung wichtiger ökologischer Funktionen (z.B. Lebensraumvernetzung) werden Massnahmen ins Projekt integriert, die weitere, nicht unmittelbar vom Strassenbau betroffene Flächen einbeziehen. Spezielle Fördermassnahmen (z.B. Steinfelder für Reptilien auf neuen Böschungen) zählen ebenfalls dazu. Ökologische Ersatzmassnahmen kompensieren die Eingriffe ins BLN-Gebiet. Für sämtliche Massnahmen gilt, dass diese nur im Einverständnis mit den betroffenen Grundeigentümern realisiert werden können.
     

Die im LBP dargestellten Massnahmen verfolgen folgende Ziele:

Möglichst landschaftsschonende, wenig terrainverändernde Trassierung und Ausbildung der Kunstbauten. Dies bedeutet: Die Strasse und die Bauwerke passen sich der Landschaft an bzw. respektieren deren charakteristische Topographie.
     Wiederherstellung der Feintopographie im Bereich der Tagbautunnel Engi und Michelau.
     Portalformen Tunnel Michelau orientieren sich am grossmassstäblichen Landschaftskontext (BLN-Perimeter).
     Landschaftsgerechte Gestaltung der weiteren Portale, Brückenbauwerke und Stützmauern inkl. der erforderlichen Lärmschutzeinrichtungen nach einem einheitlichen Konzept.
     
Orts- und landschaftsbildbezogene Gestaltung des Strassenraumes mit typischen Elementen der heutigen Landschaft.
     Strassenraumgestaltung im Bereich Anschluss Engi: radwegbegleitende Baumreihe und (Obst-)Hochstämme am Ortseingang, Wiederherstellung bzw. Neugestaltung der betroffenen privaten Freiflächen.
     Strassenraumgestaltung im Bereich Neudietfurt: (Obst-)Hochstämme am Ortseingang, Richtung Süden zur Landschaft hin Übergang zu einem Wechsel an offenen und heckenreichen Strassenbegleitflächen analog dem heutigen Zustand an der bestehenden Ausbaustrecke.
     Strassenraumgestaltung im Zentrum Neudietfurt über dem Tagbautunnel.
     
Neuschaffung und Vernetzung von mageren, extensiv genutzten (Grünland-)Flächen…
     …im Bereich Anschluss Engi.
     …im Bereich Loch/Hofäcker km 0+400 bis 1+000; hier ergänzt mit einzelnen Gehölzstrukturen, die in diesem Bereich der alten Thurböschung heute prägend sind; diese sind zudem Blickführung für den Strassenbenutzer.
     …im Bereich Michelau km 1+900 bis 2+550-. Dabei wird weitestgehend auf zusätzliche Gehölzpflanzungen verzichtet, um den typischen Landschaftscharakter der Thurterrasse zu erhalten.
     
Neuschaffung und Vernetzung von potentiellen Reptilien-Lebensräumen vom Dorfbachtobel bis hin zum Bahngelände (mit südlicher Fortsetzung Grossböschung Michelau, vgl. oben).
     Ausbildung aller Böschungen als Magerwiese.
     Reptilienstrukturen (Steinfelder) in der Böschung im Bereich Platten.
     Längs der Überdeckung Tunnel Bahnhof wird ein Streifen mit Kies-Rohboden angelegt.
     Aufwertung der z.T. felsigen, mit dichtem Gebüsch bewachsenen Flächen nördlich des Dorfbachtobels durch Erst- und Folgepflege.
     
Pflanzungen von (Obst-)Hochstammbäumen als charakteristische Elemente der Übergangsbereiche Siedlung-Landschaft, z.T. auch wegbegleitend.
     Ortseingang Engi.
     Bereich zwischen Engi und Bütschwil.
     Gebiet Platten.
     Michelau/Laufenstrasse.
     Untere Rittbergstrasse.
     Ortseingang Neudietfurt.
     
Sicherstellung der Lebensraumvernetzung für Wildtiere.
     Tunnellösungen in den Gebieten Engi, Bahnhof und Michelau.
     Brücke Loch (Verzicht auf ursprünglich geplante Auffüllung des Einschnittes).
     Brücke Dorfbach.
     Platzierung und Gestaltung der Thurbrücke (durchgängiger Korridor entlang der Thurufer).
     
Projektleiter: TBA SG, Ruedi Vögeli
Oberbauleiter: TBA SG, Ruedi Vögeli
Projektverfasser / Chefbauleitung: Brunner Landschaftsarchitekten GmbH

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