Bodenkundliche Baubegleitung

Ein wichtiger Pfeiler für die Umsetzung des Bodenschutzes auf einer Baustelle ist die Begleitung der bodenrelevanten Arbeiten durch eine Bodenkundliche Baubegleitung (BBB), welche durch die Bodenkundliche Gesellschaft der Schweiz anerkannt und weisungsbefugt ist. Die BBB arbeitet eng mit der Umweltbaubegleitung (UBB), der örtlichen Bauleitung und der Oberbauleitung zusammen.
 
Für die Erhaltung der standörtlichen Bodenfruchtbarkeit und als Beweissicherung des Ausgangszustandes wurden vor Baubeginn Bodenprofile und Bohrstockaufnahmen vorgenommen. Die effektiven Abtragsmächtigkeiten können variieren. Die abtragsrelevanten Bodenhorizont-Mächtigkeiten werden als Ergänzung zu den Bodenaufnahmen während dem Bodenabtrag vor Ort mit der BBB bestimmt. Damit erhalten die beauftragten Unternehmen fortlaufend Instruktionen zu den Abtragstiefen und zur Bodenseparierung.
 
Die Schadstoffbelastung verlangt für das Projekt dort Massnahmen, wo Boden beansprucht wird, der zum jetzigen Zeitpunkt am Rand der Kantonsstrasse liegt. Mit dem Amt für Umwelt und Energie (AFU) des Kantons St.Gallen wurde folgendes Vorgehen entlang der tangierten Kantonsstrasse vereinbart: Ein 1 Meter breites Band ab Strassenrand wird bis 20 cm Tiefe separat abgetragen und in einer Inertstoff-Deponie entsorgt. Das angrenzende Band von 1 bis 5 Meter Distanz wird bis 20 cm Tiefe separat abgetragen, separat deponiert, markiert und als solches bei der Rekultivierung wieder an vergleichbarer Position eingebaut.
 
Die Witterungsabhängigkeit der Erdarbeiten muss berücksichtigt werden. Die Erdarbeiten erfolgen nur bei genügend abgetrocknetem Boden. Speziell für die vorkommenden Buntgleye und Braunerde-Pseudogleye sind dazu längere Trockenperioden nötig. Für den Bodenabtrag müssen die erforderlichen Bodenkennwerte erreicht sein. Die Saugspannung wird vor Ort mit Tensiometern gemessen. Sie muss grösser oder gleich dem jeweiligen Maschinenkennwert des eingesetzten Gerätes sein. Eine gute Planung und eine Priorisierung der Bodenarbeiten bei guten Witterungsverhältnissen sind deshalb besonders wichtig.
 
Der An- und Abtransport des Bodens in die Zwischenlager erfolgt über Wege, geschüttete Baupisten oder Fahrgassen. Ober- und Unterboden können auf die abgetrocknete Zwischenlagerfläche vor Kopf direkt auf das abgemähte Wiesland abgelegt werden. Die Raupenbagger stehen dafür auf Baggermatratzen.
 
Die Boden-Zwischenlager werden so geformt, dass eine einwandfreie Bewirtschaftung und Pflege möglich ist. Zudem werden sie nach ihrer Erstellung angesät. Dies verhindert Erosion sowie das Aufkommen von Neophyten und Unkräutern.
 
Für die Bereitstellung der Installationsflächen wird der abgetrocknete Boden mit einer 50 cm starken, vor Kopf geschütteten Kiesschicht auf Vlies abgedeckt und ist somit vor negativen Einwirkungen geschützt. Für die Rekultivierung der beanspruchten Flächen, den Rückbau des Bodens aus den Zwischenlagern, wird nach der Formung der landschaftlich angepassten Rohplanie der Boden entsprechend seinem Ausgangszustand und zur Wiedererlangung seiner Bodenfruchtbarkeit wieder angelegt. Die wiederhergestellten, rekultivierten Flächen werden so bald als möglich mit standortgerechtem Saatgut angesät. Die durch die BBB begleitete und angepasste Folgebewirtschaftung kann bis zu drei Jahre dauern.
 
Der sich ergebende Bodenüberschuss im Projektperimeter wird für die Wiederherstellung, Erhaltung oder Verbesserung der standortangepassten Bodenfruchtbarkeit auf den temporär beanspruchten Flächen eingebaut werden.
 
Das Ziel besteht darin, ausser dem belasteten Bodenmaterial keinen Boden abzuführen. Ein übermässiger Neophytendruck ist an keinem der Standorte vorhanden.

 

Projektleiter: TBA SG, Ruedi Vögeli
Oberbauleiter: TBA SG, Ruedi Vögeli
Projektverfasser / Chefbauleitung: Nina von Albertini, UMWELT BODEN BAU

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