Geologie

Morphologie und Regionalgeologie

Die Gegend von Bütschwil / Dietfurt ist geprägt durch die Gesteine der Oberen Süsswassermolasse (Krinauer Schichten). Die Schichtneigung der Molassegesteine in der Region verläuft mit rund 5° in Richtung Nordnordwest. Durch Erosionsprozesse während der letzten Eiszeit haben sich verschiedentlich tiefe Einschnitte in den anstehenden Fels gebildet, die durch Moränenmaterial sowie spät- bzw. nacheiszeitliche Schotter (Fluvioglazialschotter) verfüllt wurden. Durch die Erosionswirkung verschiedener Fliessgewässer (insbesondere der Thur) sind später im Gelände deutlich erkennbare Terrassen entstanden. Über den Schottern liegen örtlich quartäre Bachschuttablagerungen und eine weiche Deckschicht.
 
Lockergesteine

Als oberstes Schichtglied tritt in praktisch allen Sondierungen eine weiche Deckschicht auf. Es handelt sich dabei nebst der oberflächlichen Humusschicht meist um (tonig-)sandigen Silt mit wenig Kies und Steinen. Örtlich tritt auch siltiger Sand mit geringem Grobkornanteil auf. Die Mächtigkeit der Deckschicht beträgt bis maximal 2,5 m. In einigen Sondierungen tritt anstelle der natürlichen Deckschicht eine künstliche Auffüllung auf, die eine beträchtliche Stärke von mehreren Metern aufweisen kann. Die stoffliche Zusammensetzung der Auffüllung variiert stark, wobei meist der kiesig-sandige Anteil überwiegt.
 
Speziell zu erwähnen sind hierbei insbesondere grössere Sandsteinblöcke. Die Auffüllung ist mit wenigen Ausnahmen als „sauber“ zu taxieren.
 
Unter der Deckschicht / Auffüllung folgt nahezu durchwegs kiesig-sandiges Material. Dabei handelt es sich untergeordnet um Bachschutt in einer Mächtigkeit von bis 4 m. Dieser besteht aus einem heterogenen Gemisch aus Ton, Silt, Sand und Kies mit wenigen Steinen und abschnittsweise auch organischem Material. Als eindeutig dominierendes Lockergestein im Untergrund erweisen sich fluvioglaziale Ablagerungen. Sie setzen sich zusammen aus einem meist mässig fest gelagerten, schwach siltigen Kies mit Steinen und hohem Sandanteil (Schotter). Vereinzelt treten im Schotter eingebettete Nagelfluhblöcke auf. Lokal wurden zudem feinkörnige Seeablagerungen inmitten der Schotter erbohrt (siltiger Fein- und Mittelsand). Als weitere Varietät ist eine deutlich sandigere Abfolge zu erwähnen, die vereinzelt die Basis der fluvioglazialen Ablagerungen bildet.
 
Die maximale Mächtigkeit der gesamten fluvioglazialen Abfolge beträgt rund 18 m. Die fluvioglazialen Ablagerungen fehlen überall dort, wo die Felsoberfläche oberflächennah auftritt und im Bereich der stärksten künstlichen Auffüllungen.
 
In vielen der ausgeführten Sondierungen, insbesondere im Norden des untersuchten Gebiets, folgt als unterstes Glied der Lockergesteinsabfolge eine bis zu 2,.5 m mächtige Moräne. Es handelt sich dabei um eine dicht bis sehr dicht gelagerte, relativ feinkörnige Matrix aus siltigem Sand mit meist erheblichem Grobkornanteil und einzelnen Steinen und Blöcken. Im Bereich Neudietfurt fehlt die Moräne meist.
 
Festgesteine

Als dominierendes Festgestein kann im gesamten Projektbereich ein überaus hartes, polymiktes Konglomerat mit (grob-)sandiger Matrix ausgeschieden werden (typische Nagelfluh). Der Anteil an groben Komponenten ist hoch bis sehr hoch, was dem Gestein ein komponentengestütztes Gefüge verleiht. Vereinzelt treten dünnere Sandsteinlagen innerhalb der Nagelfluh auf. Der oberflächliche Verwitterungsgrad des anstehenden Felsens ist eher bescheiden und beschränkt sich auf 1 bis 2 m, vereinzelt fehlt die Verwitterungszone vollständig und der frische, kompakte Fels liegt direkt unter dem Lockergestein. Der Zerklüftungsgrad des Festgesteins ist meist gering. Die Tiefenlage der Felsoberkante variiert stark.
 
Hydrogeologie

Die Grundwasserführung im Untergrund ist allgemein eher „bescheiden“. Meist handelt es sich um Hang- und Sickerwasser über der Moränen- bzw. Felsoberfläche. Witterungsbedingt kann diese Wasserführung aber deutlich zunehmen. Auch innerhalb der fluvioglazialen Ablagerungen traten vereinzelte Schichtwasserzutritte über dem eigentlichen freien Grundwasserspiegel auf. Als eigentlicher Grundwasserträger mit relativ bescheidenem Durchflusspotential agieren lediglich örtlich die fluvioglazialen Ablagerungen.
 
Die Mächtigkeit der grundwasserführenden Schicht beträgt aber auch hier höchstens einige Meter. Speziell zu erwähnen sind Zonen, in der die wasserführende Schicht (Bachschutt) von schlecht durchlässigen Deckschichten überlagert wird. Der freie Grundwasserspiegel liegt praktisch bei oberkant Terrain und im Nachgang von stärkeren Regenereignissen sind hier gar artesische Verhältnisse zu erwarten.